Mit Kremsern ins Brachland - Bericht vom Feldtag Banzendorf

von Tabea Kannenberg

Vierter Feldtag in Banzendorf – für Flächen mit vielfältiger Flora und Fauna

Banzendorf - am 17. Juni 2022 trafen sich zahlreiche Naturschützer, Landwirte, Kommunalpolitiker und Anwohner anlässlich des vierten Feldtags - organisiert vom Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner-Land e.V, vom Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land und der Preussenquelle Rheinsberg. Schwerpunktthemen des diesjährigen Feldtages waren die Pflanzung von Hecken und die Bedeutung von Brachflächen, die einen wichtigen Teil zur Biodiversität, zum Klima-, Wasser- und Bodenschutz im Rahmen von nachhaltig strukturierten Flächen leisten.
Der Feldtag fand auf dem Grundstück von Thomas Mielers und Ulrike Tönnies statt, da hier vor circa 20 Jahren mehrere hundert Meter Hecken am Rande der Felder und neben der Landstraße gepflanzt worden sind. Das Projekt wurde damals durch den Landschaftsplaner Hermann Wiesing durchgeführt und dieser bereicherte mit seiner Anwesenheit dann auch den Feldtag selbst. Er berichtete über die große Wirkung von Hecken, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten und nebenbei die landwirtschaftlichen Flächen vor der Winderosion schützen. Diese Effekte wurden auch durch die Anwohner Thomas Mielers und Ulrike Tönnies bestätigt und laut ihnen hat die Fläche durch die mittlerweile breiten und hohen Hecken bedeutend an Lebensqualität gewonnen.

Höhepunkt des Feldtags war die Fahrt auf zwei Kremsern in eine nahgelegene Brachfläche. Hier konnten der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbands, Andreas Bergmann, und der Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner-Land, Dr. Mario Schrumpf, die wichtigen Funktionen von mehrjährigen Brachflächen mit ihren zahlreichen Insektenarten demonstrieren. Vor Ort kam es zu einem intensiven Austausch zwischen allen Beteiligten. So wurde nicht nur über die Heckenbepflanzungen und Brachflächen gesprochen, sondern auch über Themen wie Photovoltaik, Windräder und die Rolle zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik, die alle die Flächen in der Region maßgeblich bestimmen. Darüber hinaus wurden die mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kaffee, mit verschiedenen Kuchen von einem lokalen Café und mit Wasser von der Preussenquelle Rheinsberg versorgt. Dies hat den Hintergrund, dass das Mineralwasserunternehmen selbst auf gute und saubere Böden angewiesen ist, damit letztendlich auch hochqualitatives Trinkwasser gefördert werden kann.

Insgesamt war der Feldtag wieder ein großer Erfolg. Die verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer der Flächen konnten sich austauschen und möglicherweise war der Feldtag ein Anstoß für den Anbau weiterer Hecken und das Anlegen von Brachflächen in der Region. So könnten sich in Ostprignitz-Ruppin noch mehr Gebiete zu einem nachhaltigen und wertvollen Lebensraum für eine möglich vielfältige und biodiverse Flora und Fauna wandeln.

Tizian Koch

Praktikant
Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land e.V.

 

Fotos © Tizian Koch

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