FFH-Gebiet Temnitz

Konzeptumsetzung zur überbetrieblichen Koordinierung von Extensivierungsmaßnahmen im Ackerbau und in der Grünlandbewirtschaft im Temnitztal

Im südwestlichen Teil des Landkreises Ostprignitz Ruppin dominiert eine ackerbaulich geprägte, intensive konventionelle Landbewirtschaftung mit den herkömmlichen Anbaukulturen Winterraps und Getreide, die auf über 70% der Fläche angebaut werden. Der Bördecharakter der Region westlich der A24 im Bereich der unteren Temnitz (Gemeinde Temnitztal) wird lediglich unterbrochen durch die ökologisch wertvolle Temnitz, die etwas weiter südlich im benachbarten Kreis Havelland in den Rhin mündet.

Die Gewässerqualität der Temnitz sowie Flora und Fauna des Flusses werden als schutzwürdig betrachtet und somit ist die Temnitz selber mit dem unmittelbaren Uferbereich zum FFH- Gebiet bestimmt worden.

Die intensiv bewirtschafteten Flächen im Temnitztal, d.h. im Umfeld des Flusslaufes belasten die Gewässerqualität. Zum Teil werden die Flächen bis in den nahen Uferbereich hinein sehr intensiv ackerbaulich bewirtschaftet, so dass Nährstoffeinträge aus dem Ackerbau (Getreide, Raps, Mais) die Wasserqualität beeinträchtigen.

Ein überbetrieblicher Ansatz zum großräumigen Gewässerschutz kann wirksame Effekte zur Verbesserung der Gewässerqualität und zum Gewässerschutz erzielen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität, Beiträge zum aktiven Klimaschutz durch die Landbewirtschaftung sowie eine Steigerung der landschaftlichen Qualität erzielt.

Der LPV hat in einem ersten vergleichbaren Projekt bereits Erfahrungen im Bereich der Klarwasserseen in der Ruppiner Schweiz (Kalksee) bei Binenwalde sammeln können, in dem durch Extensivierung, Umstellung zum Ökolandbau und Vertragsnaturschutz großflächig die Agrarflächen im Einzugsbereich der Gewässer extensiviert werden konnten.  Im Sommer 2019 konnten erste Ergebnisse der Bemühungen an einem Feldtag in Binenwalde gezeigt werden. Das hier vorliegende Konzept fußt auf den Erfahrungen, die vom Landschaftspflegeverband in 2018/2019 gemacht werden konnten.

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist die langfristig beabsichtigte landwirtschaftliche Extensivierung der Agrarflächen im Einzugsbereich der Temnitz. Dabei gilt nicht nur der nach guter fachlicher Praxis einzuhaltende Gewässerrandstreifen in der Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sondern ein weiter reichender Ansatz, der auch die Wasserdynamik der bewirtschafteten Flächen berücksichtigt und damit umfassender Eintragungsrisiken aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung minimieren soll. Zudem sollen den Betrieben Möglichkeiten wie die Förderung naturbetonter Strukturelemente im Ackerbau, Vertragsnaturschutz, Anlage von Blühflächen usw. vermittelt werden.

Da an der Temnitz unterschiedliche Betriebe wirtschaften, soll in einem überbetrieblichen Ansatz allen Beteiligten die Problematik vermittelt werden und ein möglichst großer Anteil des Einzugsgebiets der Temnitz in der Bewirtschaftung extensiviert werden.

 

Ansprechpartner des Projektes "FFH-Gebiet Temnitz"

Andreas Bergmann

 

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